Warum soziale Nachhaltigkeit psychologische Voraussetzungen hat

In den letzten Posts ging es um soziale Nachhaltigkeit in Organisationen.
Dabei zeigt sich immer wieder ein zentrales Muster:
Echte soziale Nachhaltigkeit braucht Selbststeuerung.
Beteiligung, psychologische Sicherheit und Lernfähigkeit lassen sich kaum dauerhaft verordnen.
Sie entstehen vor allem dort, wo Organisationen lernen, sich selbst zu steuern.

Doch was bedeutet Selbststeuerung eigentlich?
Und warum sollte uns dieses Prinzip erstaunlich vertraut vorkommen?
Die Antwort liefert die Psychologie.

Die PSI-Theorie von Julius Kuhl beschreibt, wie Menschen ihr Denken, Fühlen und Handeln koordinieren.
Selbststeuerung entsteht dabei nicht durch eine einzelne Fähigkeit –
sondern durch das Zusammenspiel mehrerer psychischer Systeme.

Menschen orientieren sich, planen, handeln und korrigieren ihr Verhalten laufend anhand von Rückmeldungen.
Diese Funktionslogik ist uns so vertraut, weil wir sie jeden Tag selbst nutzen.
Genau hier setzt MBSS an.
MBSS überträgt erstmals die Funktionslogik menschlicher Selbststeuerung auf Organisationen.
Die zentralen Steuerungssysteme des Menschen erscheinen dabei als organisationale Steuerungsfunktionen:

  • Orientierung → Innerer Kompass
  • Planung → Katalyse-Design
  • Handlung → Entscheidungs-Design
  • Reflexion → Hausverstand

So wird verständlich, wie Organisationen sich selbst steuern können –
auch unter Unsicherheit, Dynamik und Komplexität.
MBSS beschreibt deshalb nicht, wie Organisationen idealerweise sein sollten.
Sondern wie Selbststeuerung funktioniert.

Und genau daraus entstehen langfristig mental gesunde, sozial nachhaltige Organisationen:
beteiligungsorientiert, resilient und dauerhaft handlungsfähig.

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