In vielen Organisationen wird dauerhaft gesteuert:
über Ziele, Regeln, KPIs, Meetings. Nicht, weil das System es braucht –
sondern aus Unsicherheit.
Die Kybernetik denkt anders.
Sie fragt nicht: Wie kontrollieren wir besser?
sondern: Wann ist Steuerung überhaupt sinnvoll – und wann nicht?
MBSS greift genau diesen Gedanken auf.
Solange sich eine Organisation selbst organisiert, routiniert läuft und handlungsfähig bleibt,
wird nicht eingegriffen. Vielfalt, Reibung und Unterschiedlichkeit gelten dann
nicht als Störung, sondern als Teil der Selbstorganisation.
Erst wenn Rückkopplungen nicht mehr greifen –
wenn belastbare Strukturen fehlen, Entscheidungen blockieren oder Orientierung verloren geht
– wird gezielte Steuerung sinnvoll.
Und genau hier kommt im MBSS eine besondere Rolle ins Spiel:
die des Katalysators bzw. der Katalysatorin.
Diese Person steuert nicht inhaltlich, trägt keine fachliche Lösung bei
und übernimmt keine Verantwortung für das Ergebnis.
Ihre Aufgabe ist eine andere:
Sie gestaltet den Prozess so, dass die Organisation sich selbst wieder organisieren kann.
Die Katalysator*innen setzen den prozessualen Rahmen, klären Abläufe,
machen Rückkopplungen sichtbar und sorgen dafür, dass alle relevanten Perspektiven
in die Lösungsfindung von den Betroffenen einbezogen werden –
ohne vorzugeben, was am Ende herauskommen soll.
Steuerung bedeutet hier also nicht: die inhaltliche Verantwortung übernehmen.
Sondern: so eingreifen, dass das System wieder eigenständig weitergehen kann.
Diese Form der Steuerung ist weder dauerhaft noch hierarchisch.
Sie ist temporär, kontextbezogen und dienend.
Genau das macht MBSS kybernetisch konsequent –
und Organisationen langfristig stabil, zukunftsfähig und mental gesund.